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Medizinische Fakultät

Die schwarze und die weiße Legende des Deutschen Ordens

25.03.2025

Die Wirkungsgeschichte des Deutschen Ordens im 19. und 20. Jahrhunderts steht im Zentrum einer Ausstellung, die im April an der Universität Würzburg zu sehen ist. Es ist das erste Mal, dass sie in Deutschland gezeigt wird.

Das Gemälde von Martin Schonick aus dem Jahr 1536 zeigt die Belagerung der Marienburg im Jahr 1460. Nachdem der Hochmeister die Burg bereits kampflos aufgegeben hatte, verteidigten sich die Bürger der Stadt Marienburg noch bis 1460 gegen Danzig, mussten sich jedoch letztendlich ergeben.
Das Gemälde von Martin Schonick aus dem Jahr 1536 zeigt die Belagerung der Marienburg im Jahr 1460. Nachdem der Hochmeister die Burg bereits kampflos aufgegeben hatte, verteidigten sich die Bürger der Stadt Marienburg noch bis 1460 gegen Danzig, mussten sich jedoch letztendlich ergeben. (Bild: Austellungskatalog, Muzeum Zamkowe w Malborku)

Ende 2023 war sie auf der Marienburg zu sehen – dem früheren Sitz des Deutschen Ordens im heutigen Polen. Jetzt kommt die Ausstellung „Nigra crux mala Crux - Die schwarze und weiße Legende des Deutschen Ordens“ zum ersten Mal nach Deutschland. Vom 2. bis zum 28. April 2025 ist sie im Lichthof der Neuen Universität, Sanderring 2, in Würzburg zu sehen – organisiert von der Forschungsstelle Deutscher Orden der Universität.

Auf insgesamt 24 Tafeln zeichnet die Ausstellung die Wirkungsgeschichte des Deutschen Ordens in Deutschland beziehungsweise Preußen und Polen im 19. und 20. Jahrhundert nach – zu einem Zeitpunkt, als es dort keinen Orden mehr gab – und beleuchtet das materielle wie immaterielle Erbe des Deutschen Ordens in einer Zeit nationaler und ideologischer Auseinandersetzungen.

Deutlich zu sehen ist dabei, wie im 19. Jahrhundert in den aufkommenden Narrativen der Orden und sein Wirken im Mittelalter in den Mittelpunkt einer nationalen Kontroverse zwischen Preußen und Polen geriet. Während die preußische Seite den Orden zu einem Teil seiner Gründungsgeschichte umfunktionierte, sah Polen in den Deutschordensrittern mehr und mehr den expansiven Deutschen und seine feindlichen Haltungen.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Ausstellung mit dem Wiederaufbau der Marienburg und dessen Deutung sowie mit der Bewertung der Geschichte des Ordens im Ost-West-Konflikt nach 1945.

Eröffnung am 2. April

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 2. April 2025, um 16.00 Uhr im Lichthof der Neuen Universität, Sanderring 2, durch Professor Helmut Flachenecker, Wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Deutscher Orden, im Beisein von Bartosz Skop und Agnieszka Kowalska vom Muzeum Zamkowe w Malborku der Marienburg.

Danach ist die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten der Neuen Universität zu sehen: Montag bis Freitag: 8.00 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Gunnar Bartsch

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