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Faculty of Medicine

Von Würzburg in die Welt

04/01/2025

Praktika bei Unternehmen mit starken Marken machen und dort auch den Berufseinstieg anstreben: Solche Tipps für Studierende gibt BWL-Alumnus Sven Kretzschmar im Interview.

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JMU-Alumnus Sven Kretzschmar ist beim Unternehmen HiPP Leiter des Brand-Managements. (Image: Jörg Fuchs / Universität Würzburg)

Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragen Michaela Thiel und ihr Team vom zentralen Alumni-Netzwerk „Uni Wü Community“ regelmäßig ausgewählte Ehemalige.

Heute ist Alumnus Sven Kretzschmar an der Reihe. Er hat an der JMU Wirtschaftswissenschaften mit den Studienschwerpunkten Marketing und Marketing-Logistik mit Nebenfach Soziologie studiert. Nach seinem Berufsstart im Key-Account-Management bei Procter&Gamble in Frankfurt kam er vor 23 Jahren zurück nach Bayern. Seitdem übte er beim Unternehmen HiPP verschiedene Funktionen im Marketing für Babynahrung aus. Aktuell leitet er das Brand-Management.

Sven, wie bist Du zu Deinem Job gekommen?

Meinen ersten Job bei Procter&Gamble verdanke ich einer Initiative von Professorin Margit Meyer. Sie hatte das Unternehmen nach Würzburg eingeladen, um im Audimax einen Vortrag zu halten. Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten wir unsere Lebensläufe einreichen, und eine ausgewählte Anzahl Studierender durfte an einem Eignungstest teilnehmen. Ich wurde dann mit einer Mit-Studentin zu einem einwöchigen P&G Assessment Center nach Köln eingeladen, wo wir unter anderem Fallstudien bearbeitet haben und uns die Firma nähergebracht wurde. Danach lud die Firma mich zu zwei weiteren Vorstellungsrunden nach Schwalbach im Taunus ein. Und am Ende hatte ich meinen ersten Job als Key-Account Manager bzw. Customer-Business-Development Manager, wie das bei diesem amerikanischen Unternehmen heißt. Für den Job im Marketing bei HiPP hatte ich einige Jahre später eine Stellenanzeige gesehen. Darauf hatte ich mich beworben und wurde genommen.

Wie würdest Du Deine Arbeit einem Laien beschreiben?

Im Brand-Management dreht sich alles um die „Brand“, also um die Marke. Es beginnt beim Produkt und dem Markenauftritt im Regal. Weiter zur Sortimentsgestaltung, Entwicklung neuer Produkte oder Kategorien bis hin zur optimalen Preisfindung. Und dann geht es in Richtung Endverbraucher, heißt: der Internetauftritt der Marke, die Werbeanzeigen, Social Media und teils auch TV-Spots mit dem für HiPP berühmten Ende „Dafür stehe ich mit meinem Namen“. Der Brand-Manager oder die Brand-Managerin ist Initiator und Schnittstelle für all diese Prozesse.

Welcher Brei ist Dein Favorit und warum?

Am liebsten esse ich unsere neue Generation Früchte-Gläschen mit Bio-Direktpüree. Bei diesen Gläschen werden die Bio-Früchte direkt nach der Ernte tiefgefroren und dann erst kurz vor der Abfüllung wieder aufgetaut. Dadurch erhalten die Früchte ihre Farbe, ihr typisches Aroma und ihren Geschmack. Meine Lieblingssorte dieser neuen Generation Früchte-Gläschen ist Blaubeere in Apfel.

Haben sich die Konsumentinnen und Konsumenten über die Zeit verändert?

„Konsument“ ist bei HiPP ein interessantes Wort: Konsumierende sind bei uns ja eigentlich Babys. Deren Anspruch ändert sich nicht über die Zeit. Aber der Anspruch der Käuferinnen und Käufer, in unserem Fall meist der Mütter, ändert sich natürlich schon. Während früher viele Produkte beispielsweise noch Zuckerzusatz enthielten, ist heute das gesamte HiPP Sortiment ohne Zuckerzusatz.

Was rätst Du Studierenden, die einen ähnlichen Berufsweg einschlagen möchten?

Versucht, Praktika zu bekommen oder Jobs als Werkstudierende! Da seht ihr am besten, ob Euch der Job liegt. Und die Firmen können Euch bei dieser Gelegenheit besser kennenlernen. Danach bewirbt man sich im Idealfall bei starken Markenartiklern, die eine gute Reputation und entsprechende Strukturen haben, um Einsteigerinnen und Einsteiger gut auszubilden. Der Rest ist dann der Wille zu lernen, Eigen-Initiative zu zeigen und Learning on the job. Wichtig: Macht Euch keine Sorgen oder Pläne mit Blick auf Eure spätere Karriere. Macht einfach das, was man Euch gibt, mit Leidenschaft und bestmöglich. Zeigt Eigen-Initiative. Und übernehmt ab und zu auch mal übergreifende Zusatzaufgaben, die Euch in der Firma Sichtbarkeit geben und bei denen Ihr Euch einen Namen machen könnt.

Was ist Deine schönste Erinnerung an die Studienzeit?

Das Wochenend-Frühstück mit meiner Frau Tatjana auf unserem winzigen Balkon in der Sanderau mit Blick auf die Festung. Und die gemeinsame Examensfeier nach dem bestandenen Examen, als der ganze Druck von uns abgefallen war und wir mit unseren Kommilitoninnen und Kommilitonen ausgelassen die ganze Nacht gefeiert haben.

Wie kann man mit Dir in Kontakt treten?

Am besten über LinkedIn verknüpfen, was übrigens generell ein guter Tipp für Studierende ist, die schon vor Studienabschluss sehen wollen, was Firmen und Marken so treiben und wo sich vielleicht auch schon erste Verbindungen aufbauen können, bevor man überhaupt sein Studium beendet hat.

Vielen Dank für das Gespräch!


Sie sind selbst noch nicht Mitglied beim Alumni-Netzwerk „Uni Wü Community“ oder im Alumni & Friends e.V.? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich über www.uni-wuerzburg.de/alumni/ zu registrieren! Auf den Webseiten der Community finden Sie auch die bislang veröffentlichten Interviews mit Alumni und Alumnae der JMU.

By Michaela Thiel / Robert Emmerich

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