Jens Jordan für gute Lehre ausgezeichnet
04/01/2025Wissenschaftsminister Markus Blume hat dem Würzburger Mathematiker Dr. Jens Jordan den bayerischen Preis für gute Lehre verliehen. Warum die Vorlesungen des Preisträgers so besonders sind.

Die Studierenden der Mathematik an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg stellen ihrem Dozenten Dr. Jens Jordan ein sehr gutes Zeugnis aus: Bei den Lehrevaluationen der vergangenen Jahre beurteilten sie ihn stets mit ausgezeichneten Noten. Sie loben unter anderem seine didaktischen Fähigkeiten, die gute Struktur seiner Vorlesungen sowie seine freundliche, empathische und hilfreiche Art.
Auch die Fakultät für Mathematik und Informatik ist von den herausragenden Fähigkeiten ihres Dozenten überzeugt. Seine motivierende und bodenständige Art, den Studierenden Mathematik zu vermitteln, zeuge davon, dass auch ein Fach mit langer Tradition und vermeintlichen Hürden humorvoll und ertragreich zugleich gelehrt werden könne, so der Studiendekan der Mathematik, Professor Hans-Stefan Siller.
Preisgeld von 5.000 Euro
Die JMU hatte also genügend Gründe, den Mathematiker für den Preis für gute Lehre vorzuschlagen, den das bayerische Wissenschaftsministerium jedes Jahr vergibt. Minister Markus Blume überreichte Jens Jordan die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung beim bayerischen „Tag für gute Lehre“ am 31. März 2025 im Hörsaalgebäude Z6 auf dem Würzburger Hubland-Campus. Insgesamt 20 Lehrende von bayerischen Hochschulen wurden dort ausgezeichnet.
„Ich freue mich riesig, dass meine Lehre gut ankommt und dass sie nun sogar ausgezeichnet wurde“, sagt Jens Jordan. „Ich investiere viel Zeit und Herzblut in die Lehre. Und sie macht mir auch viel Spaß, dank aktiver Studierender und dank eines hervorragenden kollegialen Umfeldes.“
Inverted Classroom, Peer Instruction und Cartoons
Jens Jordan setzt in seiner Lehre unter anderem das Inverted-Classroom-Konzept ein: Die Studierenden erarbeiten die Inhalte, die normalerweise im Frontalunterricht präsentiert werden, zu Hause im Selbststudium. Die klassische Vorlesung wird dann durch einen interaktiven Unterricht ersetzt, in dem die Inhalte vertieft und Fragen diskutiert werden.
Der preisgekrönte Dozent reichert seine Lehrveranstaltungen mit vielen verschiedenen interaktiven Elementen an. Er verwendet zum Beispiel Peer Instruction: Dabei werden den Studierenden im Hörsaal Fragen zur Abstimmung gestellt. Entspricht die Qualität der Antworten nicht seinen Erwartungen, gibt er zusätzliche Erklärungen oder lässt die Studierenden mit ihren Sitznachbarn die Fragen diskutieren. Danach stellt er die Fragen erneut – in der Regel fallen die Antworten dann deutlich besser aus. Diese Abstimmungen werden zum Beispiel mit Pingo unterstützt, einem webbasierten Live-Feedback-System zur Aktivierung auch großer Lerngruppen.
Jens Jordan setzt nicht nur auf digitale Tools: Seine Skripte und Übungsblätter reichert er regelmäßig mit selbstgezeichneten Cartoons an. Damit will er die Studierenden aufmuntern, ihnen aber auch wichtige Botschaften überbringen. Sein gezeichneter Klavierspieler zum Beispiel soll ausdrücken, dass man Mathematik – genau wie Klavierspielen – nicht durch zuhören, sondern durch üben lernt.
Werdegang von Jens Jordan
Jens Jordan, Jahrgang 1972, ist in Schweinfurt aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er Mathematik an der JMU und absolvierte im Studium zwei Auslandsaufenthalte in Hull (England) und Madrid. Nach einer Station an der Technischen Universität Hamburg-Harburg kam er 2001 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uni Würzburg zurück.
Seitdem hat er mit wenigen Unterbrechungen ständig an der JMU gelehrt: 2003/04 war er Stipendiat an der Universität Lüttich (Belgien); 2005/06 dann wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Darmstadt. 2007 übernahm er am Würzburger Institut für Mathematik die Funktion des Lehrkoordinators; 2008 folgte hier die Promotion.