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Migränetrigger: Konfrontation statt Vermeidung

04/01/2025

Ein Team der Universitätsmedizin Würzburg sucht für eine Studie Menschen mit und ohne Migräne. Die Anmeldung erfolgt über das Patientenportal des Klinikums.

Das Team führt unter anderem Messungen per EEG während der Verhaltensentscheidung durch.
Das Team führt unter anderem Messungen per EEG während der Verhaltensentscheidung durch. (Image: Sebastian Evers / UKW)

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zählt Migräne, die mit vielfältigen Begleitsymptomen einhergeht, zu den zehn häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Weltweit ist etwa jeder siebte Mensch von regelmäßigen Migräneattacken betroffen. Die meisten leiden leise: Schätzungsweise jeder Zweite behandelt seine Migräne selbst, anstatt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Viele kennen die Faktoren oder Situationen, die möglicherweise die Migräneattacke auslösen und versuchen diese so genannten Trigger zu vermeiden. Solche Vermeidungsstrategien können jedoch langfristig zu einer zunehmenden Sensibilisierung des Gehirns und einer erhöhten Empfindlichkeit führen. Das hat stärkere und häufigere Migräneattacken zur Folge.

„Statt Trigger komplett zu vermeiden, was im Alltag oft auch gar nicht möglich ist, empfiehlt sich daher eine Trigger-Bewältigung. Dabei setzen sich die Betroffenen den Triggern von Zeit zu Zeit bewusst aus“, sagt Professorin. Claudia Sommer, Oberärztin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Sie leitet gemeinsam mit Andrea Kübler, Professorin für Interventionspsychologie an der Uni Würzburg (JMU), ein Projekt, das sich mit Konfrontations- und Vermeidungsverhalten zur Bewältigung von chronischen Schmerzen beschäftigt.

Gehirnwellen gezielt steuern für besseren Umgang mit Migränetriggern

In der Migränetrigger-Interventionsstudie untersucht Claudia Sommer mit ihrem Team, ob eine Intervention mit Neurofeedback den Betroffenen helfen kann, besser mit ihren persönlichen Migräne-Triggern umzugehen.

„Neurofeedback ist ein Verfahren, das auf der Fähigkeit des Gehirns basiert, sich durch Training zu verändern und anzupassen“, erklärt Morgane Paternoster. Die Doktorandin der Neurologie leitet die Studie gemeinsam mit dem Doktoranden Sebastian Evers. „Mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) werden die Gehirnströme in Echtzeit auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Das heißt, wir bekommen ein direktes Feedback zur Gehirnaktivität, die durch gezieltes Training beeinflusst und reguliert werden kann“, so Paternoster.

Die an Migräne erkrankten Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer kommen für insgesamt sechs bis acht Neurofeedback-Sitzungen innerhalb von drei Wochen in das Psychologiegebäude der JMU in der Nähe des Hauptbahnhofs. Vor und nach der Interventionsphase findet eine so genannte Baseline-Untersuchung in der Kopfklinik des UKW mit neurologischen und neurobiologischen Verhaltenstests sowie einer Blutentnahme und einer EEG-Analyse statt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit und ohne Migräne gesucht

„Wer unsere Forschung unterstützen und dazu beitragen möchte, Migräne besser zu verstehen und in Zukunft besser behandeln zu können, ist herzlich eingeladen, an unserer Studie teilzunehmen. Wir suchen noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Migräne, aber auch ohne Migräne oder Kopfschmerzerkrankung, um unsere Messungen vergleichen zu können“, teilt Evers mit.

Für die so genannte Kontrollgruppe ist lediglich ein zwei- bis dreistündiger Termin mit Blutentnahme und EEG-Messungen in Ruhe und während Verhaltenstests erforderlich.

Für den Zeitaufwand erhalten alle Studienteilnehmenden eine Aufwandsentschädigung: Gesunde Personen ohne Migräne oder Kopfschmerzerkrankung in der Kontrollgruppe 25 Euro, Personen mit Migräne in der Interventionsgruppe bis zu 200 Euro.

Kriterien für die Teilnahme und Anmeldung

Ob gesund oder krank: Die Probandinnen und Probanden sollten mindestens 18 Jahre alt, nicht schwanger und weder farbenblind noch schwerhörig sein Sie sollten auch nicht unter weiteren neurologischen Erkrankungen und unter Bluthochdruck leiden und derzeit keine Psychostimulanzien oder Antidepressiva einnehmen.

Zur Anmeldung im Patientenportal der Uniklinik wählen Interessierte den Fachbereich „Neurologische-Studien“ aus und melden sich entweder für die Fall- oder für die Kontrollgruppe an. Anmeldung: https://patientenportal.ukw.de 

Kontakt

Morgane Paternoster, paternoste_m@ukw.de, Telefon: +49 931 201-23741

Sebastian Evers, Evers_S@ukw.de, Telefon: +49 931 318-9618

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By Pressestelle UKW

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